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Zaungäste in Innsbruck

Vom 12. bis 14. November besuchte eine Delegation der internationalen Zaungäste die Praxisschulen an der PH Tirol. Fokus der Beobachtungen in den 16 Klassen der Volks- und Mittelschule war die Inklusion. Auf farbigen Papierstreifen sammelten die Gäste aus Bayern, Niedersachsen, Südtirol und der Schweiz ihre Wahrnehmungen zu den Indikatoren, welche die Gastgebenden definiert hatten. Daraus entstand in der Folge der kollektive Bericht, der am Ende des Nachmittags den Lehrpersonen in der Aula präsentiert wurde. Als Abschluss folgte ein exklusiver Besuch im Alpenzoo Innsbruck.

Anerkennung und Vertrauen – wie wird das sichtbar?

Vom 8. bis 11. Oktober besuchte eine neunköpfige QuiSS-Delegation die Talentum-Schule in Göncruszka / Ungarn. Nach 2019 war es der zweite Besuch von Zaungästen in dieser aussergewöhnlichen Schule, die sich in einer ländlichen Region im Osten des Landes befindet und neben einem Kindergarten (50 Kinder ab drei Jahren) 200 Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 8. Klasse umfasst.

Ging es vor sechs Jahren um das Thema «Beziehungen», hatten die Gastgebenden nun «Anerkennung und gegenseitiges Vertrauen» als Fokus der Gäste-Beobachtungen gewählt. Die Schule steht vor der Aufgabe, eine neue Form der Mitarbeiterbeurteilung einzuführen und daher war dies ein nahe liegendes Thema.

Sowohl im abschliessenden kollektiven Bericht als auch in individuellen Rückmeldungen hoben die Zaungäste die intensive und ernsthafte Zugewandtheit junger und erwachsener Menschen in dieser Schule hervor. Das hoch engagierte Schulteam lebt auf sichtbare Art die gemeinschaftliche und christliche Überzeugung, etwas Gutes zu tun.

Es war beeindruckend zu erleben, wie viel man als Zaungast über Beziehungen und Prozesse in einer Schule erfahren kann, auch wenn man die Sprache der Gastgebenden nicht versteht und spricht. Die Gäste lernten, Gestik und Mimik zu lesen und ihre Bedeutung für den Unterricht zu erkennen.

Und was haben die Zaungäste für ihre Schulen in der Schweiz mitgenommen? Vielleicht dies: Ein inspiriertes Team, in dem man sich gegenseitig unterstützt, kann in einem herausfordernden Umfeld mit engen Platzverhältnissen und knappen Ressourcen innovative Lösungen finden und mit Schwierigkeiten kreativ umgehen und dabei gelassen und unbelastet wirken.

Im Rahmen ihrer kirchlichen Trägerschaft ist die Schule mit vielfältigen sozialen Engagements in den Dörfern ihrer Umgebung verknüpft. Diese reichen von Gruppenaktivitäten für junge Mütter über Hilfe zur Selbsthilfe an arme Familien bis zu Vorbereitungskursen für weiterführende Schulen. Wie diese Förderformen aufeinander aufbauen und damit einer inneren Logik folgen, ist höchst bemerkenswert und stellte für die Gäste eine weitere interessante Erfahrung dar.

Der Besuch wurde unterstützt durch einen namhaften Beitrag von «movetia».

Ein angeregter Vormittag

Rund 20 Interessierte trafen sich am 13. September 2025 in der Gesamtschule Unterstrass zu einer Weiterbildung, organisiert vom Verein QuiSS und dem Mehrklassenlehrerinnen- und lehrerverein Zürich.

Es ging um das Buch «Kindheit. Eine Beruhigung». Das Werk aus dem Kein & Aber Verlag stammt von einem Autorenkollektiv, zu dem auch Dieter Rüttimann gehört. Er beleuchtete in seinem Referat die beiden Kapitel «Warum sollen Kinder zur Schule gehen?» und «Ist eine gerechte Bildung möglich?». Wie immer an diesen Treffen geschah dies im regen Austausch mit und unter den Teilnehmenden.

Jahrestreffen der Zaungäste

Am Mittwoch 28. Mai 2025 treffen sich die Beteiligten am Projekt Zaungäste. Lutz Oertel, der das Projekt seit dem Start wissenschaftlich begleitet, stellt Erkenntnisse aus seiner Evaluation vor – wir sind gespannt!

Danach folgen eine Präsentation über proEdu, entweder mit Nicole Iacono oder Michael Müller und schliesslich die Mitgliederversammlung des Vereins QuiSS.

Einzelheiten stehen in der Einladung und Anmeldeschluss ist am 24. Mai.

Fokus auf Schülerinnen und Schüler

Wie selbständig sind unsere Schülerinnen und Schüler? Wie kommen die Jüngsten in unseren altersdurchmischten Strukturen zurecht? Wie gelingt es uns, überfachliche Ziele zu erreichen? Dies waren Fragen an die Zaungäste, gestellt vom Team der gsw.schule in Winterthur. Nach dem aufschlussreichen Unterrichtsbesuch am 9. April genossen Team und Besucher:innen in der Frühlingssonne einen feinen Zmittag – zubereitet von den Schulkindern.

«Normal bin ich nicht auffällig.»

Am Netzwerktreffen vom 29. März startete Olaf Köster von der PHZH mit der Einstiegsfrage: «Welches sind die grössten Herausforderungen in eurem Berufsalltag?» und löste damit intensiven Austausch an den Vierertischen aus. Nach einem Infoblock mit Fokus auf Bindungstheorien befassten sich die gut zwei Dutzend Teilnehmenden mit konkreten Handlungs-möglichkeiten in ihrem eigenen Unterricht – wieder im angeregten Gruppengespräch. Fazit: Störungen und herausforderndes Verhalten gehören zum Schulalltag. Nehmen wir sie nicht persönlich und gehen damit professionell und wirksam um.

Der Anlass wurde gemeinsam organisiert vom Verein Quiss und von Mehrklassenlehrerinnen- und -lehrerverein MLV.

Guter Unterricht in der inklusiven Schule

1977 schaffte Italien die Sonderklassen ab. Wie gelingt guter Unterricht in heterogenen Lerngruppen? Dies war der Beobachtungsfokus der internationalen Zaungäste im Schulsprengel Meran-Untermais im März 2025. Am Beginn stand das Kick-Off-Treffen für die nächste Besuchsrunde unter den Schulen aus Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es steht unter dem Überthema «Inklusion».

Kick-Off zur neuen internationalen Besuchsrunde der Zaungäste.